Liebe Leserinnen, liebe Leser, es gibt wenig Schlimmeres für einen Menschen, als keine Hoffnung mehr zu haben...
Liebe Leserinnen, liebe Leser,
es gibt wenig Schlimmeres für einen Menschen, als keine Hoffnung mehr zu haben. Denn Hoffnung ist (Wikipedia) „eine zuversichtliche innerliche Ausrichtung, gepaart mit einer positiven Erwartungshaltung, dass etwas Wünschenswertes in der Zukunft eintritt, ohne dass wirkliche Gewissheit darüber besteht.“ Oder mit meinen eigenen Worten: Hoffnung zu haben bedeutet, zuversichtlich in die Zukunft zu blicken, weil man davon ausgeht, dass sich die Zustände verbessern werden ohne aber darüber letzte Gewissheit zu haben.
Ohne diese positive Erwartung versinken wir schnell in Verzweiflung. Denn die Gegenwart ist ja nicht immer wünschenswert, manchmal sogar unerträglich. Daher brauchen wir einfach die positive Erwartung, dass die Zeiten auch wieder besser werden. Und so gibt der zuversichtliche Blick nach vorn die Kraft für die Gegenwart, etwa wenn der Fußballfan hofft, dass sein Verein wieder besser spielt und so doch noch die Siege erringt, die für das Saisonziel notwendig sind. Doch Gewissheit gibt es wie gesagt nicht, weshalb der Volksmund (oft zu Recht) sagt: „Hoffen und Harren macht manchen zum Narren.“
Nun ist auch in der Bibel oft von Hoffnung die Rede. Sie ist zusammen mit Glaube und Liebe das, was bleiben wird (1. Kor 13,13) und ein Kennzeichen des Lebens als Christ (Heb 4,14), so wie Paulus umgekehrt das Leben des Nichtchristen als „Leben in der Welt ohne Hoffnung und ohne Gott“ (Eph 2,12) beschreibt.
Doch woher können wir echte Hoffnung bekommen, die uns nicht „zum Narren“ werden lässt? Paulus gibt in Römer 15,13 (dem Monatsspruch für Mai) darauf folgende Antwort: „Der Gott der Hoffnung aber erfülle euch mit aller Freude und Frieden im Glauben, dass ihr immer reicher werdet an Hoffnung durch die Kraft des Heiligen Geistes.“
Zwei Dinge sind hier für unser Thema wichtig. Gott selbst ist der „Gott der Hoffnung“, was man vom Griechischen her unterschiedlich übersetzen kann („Gott die Quelle aller Hoffnung“ / „Gott, der unsere Hoffnung ist“ / Gott, der Hoffnung schenkt“). Er ist jedenfalls der Grund aller unsere Hoffnung als Christ. Und weil er nicht lügt (lügen kann!), können wir uns auf das fest verlassen, was er zugesagt hat und daher sogar schon jetzt wirkliche Gewissheit haben. Z.B. darüber, dass es in Gottes neuen Welt keine Tränen, kein Leid und keinen Schmerz mehr geben wird (Off 21,4).
Das Zweite: Hoffnung wächst in dem Maß, in dem wir von Gott durch die Kraft des Heiligen Geistes mit „aller Freude und Frieden im Glauben“ erfüllt werden. D.h., dass wir aus uns heraus keine Hoffnung produzieren müssen, was wir ja auch gar nicht können.
Es ist wie beim bekannten Bild vom Regen und vom Eimer. Ich kann nicht dafür sorgen, dass es regnet. Doch kann ich rechtzeitig meinen Eimer rausstellen, so dass das Regenwasser gesammelt wird.
Ohne Bild: Lassen Sie uns dafür beten, dass Gott uns mit Freude und Frieden im Glauben erfüllt, damit wir reich werden an Hoffnung. Und beten Sie auch für den Mitchristen darum. Denn wir alle brauchen Hoffnung wie die Luft zum Atmen. Und unsere Welt braucht Menschen, die mit dieser Hoffnung erfüllt sind und sie ausstrahlen.