Freie evangelische Gemeinde
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An(ge)dacht

 

An(ge)dacht Februar 2011

Liebe Leserinnen, liebe Leser, während ich diese Zeilen schreibe, trauern in Brasilien und Australien Menschen um ihre Angehörigen, die sie bei in den Wasserfluten verloren haben...

Liebe Leserinnen, liebe Leser,

während ich diese Zeilen schreibe, trauern in Brasilien und Australien Menschen um ihre Angehörigen, die sie bei in den Wasserfluten verloren haben. Andere liegen schwer verletzt in Krankenhäusern und noch viel mehr Menschen haben alles verloren, was sie an materiellem Besitz hatten, aber immerhin ihr Leben gerettet.

Dieses Mal waren es Wassermassen, die bedrohlich wurden. Ein andermal sind es Erdbeben, Vulkanausbrüche oder Tornados. Manchmal hört man dann, dass die Natur zurückschlage oder sich räche. Das ist natürlich Unsinn, da die Natur kein Bewusstsein hat oder gar überlegt handelt. Und doch scheinen zumindest Tiere mitzubekommen, was um sie herum geschieht (und es gibt sogar Wissenschaftler, die das auch von Pflanzen annehmen). Zumindest empfinden Tiere, die von anderen gefressen werden sollen (oder ins Schlachthaus geführt werden) Angst und rennen bzw. schreien entsprechend um ihr Leben. Und wer weiß ob nicht die Eisbären doch darunter leiden, dass die ihr Lebensraum im Eis immer kleiner wird?

Paulus schreibt jedenfalls davon, dass die Schöpfung „seufzt und sich ängstet.“ (Römer 8,22). Und im Vers davor schreibt er im Monatsspruch für Februar: „Auch die Schöpfung wird frei werden von der Knechtschaft der Vergänglichkeit zu der herrlichen Freiheit der Kinder Gottes.“

Es gibt also so etwas wie ein Leiden der Geschöpfe an den unheilvollen Zuständen in dieser Welt. Und wenn wir den Beginn der Bibel aufmerksam lesen, stoßen wir darauf, dass Gottes ursprüngliche Schöpfung dieses Leid nicht kannte. Denn sie „war sehr gut“. Und das wäre sie nicht gewesen, wenn schon damals ein Tier das andere gefressen oder Menschen Tiere getötet hätten. Das geschah erst nach dem Sündenfall (1. Mose 3,17: „Verflucht sei der Acker um deinetwillen“) bzw. nach der Sintflut (1. Mose 9,3: „Ihr dürft von jetzt an Fleisch essen, nicht nur Pflanzenkost; alle Tiere gebe ich euch als Nahrung.“) als Folge der Sünde, die der Mensch in die Welt gebracht hatte. Denn die Strafe für die erste Übertretung war der Tod und folglich auch das Sterben.

Doch genug über das Schlechte gesprochen. Denn was Paulus eigentlich im Blick hat, ist ja, dass sich die unheilvollen Zustände eines Tages ändern werden und die Schöpfung dann „frei werden wird von der Knechtschaft der Vergänglichkeit“, was nichts anderes heißt, als dass der Tod nicht mehr herrschen wird. Der Kreislauf von Fressen und Gefressen werden wird dann endlich durchbrochen werden. Keine Wassermassen bedrohen mehr das Leben. Keine Erdbeben, Vulkanausbrüche oder Tornados verwüsten die Erde und reißen Lebewesen in den Tod (z.B. Jesaja 11,6-7).

Wann wird das geschehen? Wenn auch die Kinder Gottes (also die Christen) in herrlicher Freiheit leben werden. Diese Freiheit hat zwar schon jetzt in Jesus begonnen (Johannes 8,36: „Wenn der Sohn euch frei macht, dann seid ihr wirklich frei“), doch vollkommen frei werden wir erst dann sein, wenn Jesus zum zweiten Mal auf diese Erde kommen wird, um dann seine Herrschaft sichtbar aufzurichten.

Und bis dahin? Bleibt uns, diese Hoffnung im Herzen zu tragen und nicht zu resignieren angesichts der oft zerstörten Umwelt und der leidenden Kreatur. Aber auch, das zum Schutz der Natur zu tun, was in unserer Macht steht. Denn im Schöpfungsbericht steht zwar, dass der Mensch über die Natur herrschen soll, doch gemeint ist dabei, sie zu „bebauen und zu bewahren“ und nicht, sie auszunutzen und zu zerstören. Denn mit jedem Tier, dessen Lebensraum erhalten wird, ertönt ein Seufzer weniger in der Natur.

Lassen Sie uns als zusammen mit der Schöpfung auf die „herrliche Freiheit der Kinder Gottes warten“ und zugleich alles tun, was uns möglich ist, die ja doch auch immer noch wunderbare Schöpfung zu schützen und zu bewahren.