Liebe Leserinnen, liebe Leser, ohne Frage gibt es Liebe in unterschiedlicher Intensität. Es ist normal, dass jemand seine Kinder mehr liebt als seine Nachbarn...
Liebe Leserinnen, liebe Leser,
ohne Frage gibt es Liebe in unterschiedlicher Intensität. Es ist normal, dass jemand seine Kinder mehr liebt als seine Nachbarn. Und seinen Ehepartner mehr als seinen Kollegen an der Arbeit. Und dieser unterschiedliche Grad an Liebe zeigt sich dann auch in unterschiedlichem Verhalten. Was ich für einen Freund tue, tue ich noch lange nicht für einen Passanten auf der Straße. Und umgekehrt kann man an dem, was jemand für einen anderen tut, darauf zurückschließen, wie groß seine Liebe ist.
Was meinen Sie, ist das größte, was man für einen Menschen tun kann? Ihm viel Geld schenken? Ihm eine Niere spenden? Alles schon eine Menge. Doch der größte Liebesbeweis ist es, sein eigenes Leben zu opfern. Genau das sagt Jesus auch in Johannes 15,13 – dem Monatsspruch für März – zu seinen Jüngern: „Es gibt keine größere Liebe, als wenn einer sein Leben für seine Freunde hingibt.“
Jesus will seine Jünger aber nicht über „die größte Liebe“ sachlich informieren, sondern will ihnen seine Liebe zu ihnen verdeutlichen, die er im nächsten Vers „meine Freunde“ nennt. So sehr liebt er sie (und darüber hinaus alle Menschen), dass er für sie am Kreuz sterben wird.
Wenn wir umgekehrt nach der Liebe Gottes fragen, genügt der Blick auf den sterbenden Gottessohn am Kreuz auf Golgatha. Dort hat er unüberbietbar gezeigt, wie sehr er uns liebt. Er, der es nicht nötig gehabt hätte, opfert seinen einzigen Sohn für uns, die wir selbst diesen Tod verdient haben. Alle Zweifel an Gottes Liebe müssten eigentlich verstummen angesichts dessen, was Gott in Jesus für uns getan hat.
Waren nur die Jünger damals Freunde von Jesus? Oder dürfen wir das auf uns übertragen, wenn wir Christen sind? Wir dürfen! Denn sonst ginge uns ja auch der Missionsbefehl nichts an, den Jesus ja auch nur seinen Jüngern gegeben hat. Wenn Sie Christ sind, dann sind Sie ein Freund von Jesus. Und zwar nicht im inzwischen durch „Facebook“ und andere Netzwerke im Internet so abgegriffenen Sinn von „Bekannter“, sondern im wirklichen Sinn von Freundschaft, die darauf beruht, dass man Gedanken teilt und einander Anteil an dem gibt, was einen bewegt (Vers 16: „Euch aber habe ich gesagt, dass ihr Freunde seid; denn alles, was ich von meinem Vater gehört habe, habe ich euch kundgetan.“) Sie können sich also wirklich freuen, wenn Sie Christ sind: Sie haben Jesus zum Freund!
Doch was soll die ungewöhnliche Einschränkung in Vers 14: „Ihr seid meine Freunde, wenn ihr tut, was ich euch gebiete.“ Seit wann hängt Freundschaft von Gehorsam ab? An dieser Stelle ist es wichtig zu beachten, dass Jesus auch als unser Freund unser „Herr und Meister“ bleibt und eben kein Mensch ist, sondern Gott. Das heißt, dass die Freundschaft zu Jesus auf einer ganz anderen Ebene liegt als menschliche Freundschaft zwischen Gleichge-stellten. Jesus erwählt uns zum Freund und adelt uns damit unglaublich. Wie sehr wären wir (vermute ich mal) geschmeichelt, wenn uns ein bekannter Mensch zum Freund haben wollt. Und würden wir nicht alles tun, um dieser Freundschaft dann auch gerecht zu werden?
So ist es auch mit unserer Freundschaft zu Jesus. Sie setzt auf unsere Seite die Bereitschaft voraus, das zu tun, was Jesus will. Denn wir können nicht sein Freund sein, wenn wir nicht auch seine Werte teilen. Was im Übrigen auch im Blick auf menschliche Freundschaft auf Dauer nicht gutgeht. Und sollten wir nicht für Jesus, der den größten Liebesbeweis erbrachte, als er für uns am Kreuz starb (als wir noch seine Feinde waren), freiwillig und gern das tun, was er von uns erwartet?!