Der griechische Ausdruck für "Gemeinde" lautet "Ekklesia" (ek = heraus, kaleo = rufen) und bedeutet "die Herausgerufenen". Der Begriff wurde für die Versammlung der Vollbürger einer Stadt gebraucht, die zu Beratungen und Entscheidungen vor die Tore der Stadt zusammengerufen wurden.
Wenn wir das auf die Gemeinde übertragen, sind die entscheidenden Fragen:
Zur Gemeinde kann nach dem NT nur der gehören, der sich aus der Welt herausrufen lässt (= wer wiedergeboren ist bzw. sich bekehrt ist). Die Gemeinde ist demnach die Gemeinschaft derer, die an Jesus glauben und nicht ein bunte Mischung von Glaubenden und Nichtglaubenden.
Der Begriff Ekklesia wird im NT sowohl für die weltweite Gemeinde als auch für die Ortsgemeinde gebraucht:
Die Gemeinde entsteht nicht dadurch, dass sich Gläubige zusammentun, um dann gemeinsam Gemeinde zu leben (wie etwa in einem Sportverein), sondern dadurch, dass Gott Christen aus der Welt heraus zu sich ruft und sie in der Gemeinde zusammenstellt (Apostelgeschichte 2,37-41.47; 1.Korinther 12,13.24). Jeder, der Christ wird, gehört durch seine Bekehrung automatisch zur weltweiten Gemeinde Jesu.
Daneben ist es aber jeden Christen unerlässlich, dass er auch verbindlich zu einer Ortsgemeinde gehört! Denn den konkreten Segen der Gemeinde kann man nur erfahren, wenn man zu einer Ortsgemeinde dazugehört! Sie ist der Ort, an dem Gott den einzelnen Christen gebrauchen und segnen will (1.Thessalonicher 5,11-14; Kolosser 3,16; Epheser 4,11-16). In der Gemeinde vor Ort erhält der Gläubige Belehrung, Ermutigung, Ermahnung, Trost, Gemeinschaft und Unterstützung - alles Dinge, die für ein gesundes Wachstum als Christ wichtig sind. Im NT gibt es zahlreiche "Einander-Verse" (z.B. Römer 15,7; Epheser 5,19.21), die die Wichtigkeit einer Einbindung in eine Gemeinde deutlich machen.
Im NT werden für die Gemeinde verschiedene Bilder und Vergleiche gebraucht, die uns helfen können, das Wesen der Gemeinde zu verstehen:
Auch aus diesen Bildern und Vergleichen für die Gemeinde geht hervor, dass ein einzelner Christ ein ganzer Unsinn ist! Ein Schaf ist keine Herde, ein Stein kein Haus, ein Körperteil kein Körper, einer allein keine Familie!
In Apostelgeschichte 2 wird die Entstehung der ersten Gemeinde an Pfingsten geschildert und wie sie lebte. In Vers 42 lesen wir, wie die ersten Christen miteinander Gemeinde lebten: "Sie ließen sich regelmäßig von den Aposteln unterrichten und lebten in brüderlicher Gemeinschaft, feierten das Abendmahl und beteten miteinander."
Zu den Ordnungen der Gemeinde gehört auch, dass die Gemeinde eine Leitung hat, das allgemeine Priestertum sowie die Gemeindezucht.
Im AT hatten nur die Priester direkten Zugang zu Gott. Das Volk war darauf angewiesen, dass die Priester den Kontakt zu Gott vermittelten. Im NT ist das anders! Jeder Glaubende hat direkten Zugang zu Gott (Hebräer 4,16) und kann priesterliche Dienste tun (1.Petrus 2,5.9). Es gibt keine "Amtshandlungen", die an Pastoren gebunden wären. Jeder darf predigen, Seelsorge üben usw., falls die entsprechenden Gaben vorhanden sind!
Nach dem NT kann nur der zur Gemeinde gehören, der an Jesus glaubt und dessen Leben das auch dokumentiert. Wer diese Voraussetzungen nicht mehr erfüllt, gehört nicht mehr zum Leib Christi und kann dann auch nicht mehr zur Ortsgemeinde gehören. Die Gemeinde hat die Verantwortung, mit solchen Menschen liebevoll aber deutlich darüber zu sprechen, um sie für Jesus zurückzugewinnen. Gelingt das nicht, steht am Ende dieses Prozesses der Ausschluss aus der Gemeinde (Matthäus 18,15-18).